Einflussreiche (und zumeist sehr privilegierte) Menschen, die in den sozialen Medien, Spiegel-Bestsellern und Talkshows ein Verbot von Smartphones und sozialen Medien für Kinder und Jugendliche fordern, haben erkannt, dass besorgte und verängstigte Eltern eine Sehnsucht umtreibt.
Es ist die Sehnsucht nach einer Kindheit, in der man noch unbeschwert mit Freund:innen draußen im Wald spielte, Bäume umarmte, lebendig im Laub herumtollte, barfuß durch den Schlamm patschte und sich die Knie blutig schlug, statt stundenlang stumpfsinnig auf Smartphones zu starren.
Um diesem nostalgisch-verbrämten Elternwunsch passgenau zu entsprechen, wendet die reichweitenstarke Verbots-Bubble eine ebenso einfache wie wirksame Strategie an, die man als Heidi-Strategie bezeichnen könnte: Gemeint ist die radikale Romantisierung einer natürlich-analogen Kindheit (wie auf Heidis Alm) bei gleichzeitiger Dämonisierung der digitalen Lebenswelt als künstlich und gefährlich (wie Heidis Frankfurt).
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