Kleine Argumentationshilfe wider die Internetskeptiker

Das Problem:

Wenn man wenig internetaffine Skeptiker darauf hinweist, dass man die Social Media nicht wirklich beurteilen kann, wenn man sie nicht aus eigener Erfahrung kennt, dann hört man häufig folgende Antwort:

„Ich muss auch keine eigenen Erfahrungen mit Drogen machen, um zu wissen, dass Drogen gefährlich sind.“

Wie kann man diesen Einwand entkräften?

Die Lösung:

Der Einwand beruht auf einem einfachen Trick, der darin besteht, durch die Wahl des Vergleichs zwischen Social Media und Drogen das zu Beweisende bereits als wahr vorauszusetzen (petitio principii). Denn während wir uns alle einig sind, dass Drogen gefährlich sind und dass man nicht zwingend eigene Erfahrungen mit Drogen machen muss, ist ja gerade strittig, ob das für Social Media in ähnlicher Weise auch gilt.

Man kann daher leicht den Spieß umdrehen und einen anderen Vergleich wählen, der die Frage ebenfalls von vornherein, aber diesmal „zu Gunsten“ des Internets entscheidet: Autofahren kann man nur lernen, wenn man selbst Auto fährt. Es genügt nicht, lediglich die theoretische Prüfung zu bestehen, man braucht eigene Fahrpraxis. Das gilt in analoger Weise auch für den Umgang mit Social Media, auch hier sind eigene Erfahrungen zwingend erforderlich. 

Die Quintessenz:

Weder der Drogen- noch der Autofahr-Vergleich sind geeignet, um die strittige Ausgangsfrage zu entscheiden. Wenn man mit solchen Vergleichen arbeitet, müssen immer Argumente vorgebracht werden, die zeigen, warum der jeweilige Vergleich die Charakteristika der Social Media (besser) trifft (als ein anderer).

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