Das Populismus-Komplexitäts-Paradoxon bezeichnet das Phänomen, dass in gesellschaftlich aufgeladenen medienpädagogischen Debatten (z. B. über Smartphone-Nutzung, Social Media, digitale Bildung) differenzierte, systemisch durchdachte und wissenschaftlich fundierte Maßnahmen mit geringerer Wahrscheinlichkeit breite Zustimmung finden als einfache, normativ aufgeladene Symbolmaßnahmen (z. B. Handyverbot, Bildschirmzeitgrenzen, „Digital Detox“-Tage).
Dieses Gesetz beschreibt einen Mechanismus öffentlicher Diskurse, in dem Komplexitätsaversion, Handlungsdruck, Medienlogik und politische Verwertbarkeit zusammenwirken.
Eine zentrale Verstärkungsrolle kommt dabei Influencer:innen, Journalist:innen und Meinungsführer:innen zu, die häufig jene Lösung bevorzugen, die maximale Reichweite und emotionale Anschlussfähigkeit verspricht – nicht jene, die pädagogisch oder gesellschaftlich am sinnvollsten ist.
Dadurch wird die Durchsetzung komplexer, aber tragfähiger Konzepte weiter erschwert.


